Geschichte und allgemeine Informationen über Berlin Hermsdorf
Berlin-Hermsdorf ist mit ca. 6 km² der sechstgrößte, im Norden von Berlin liegende Ortsteil des Bezirks Reinickendorf, zu dem noch weitere neun Ortsteile gehören.

Hermsdorf bildet im Norden die Stadtgrenze von Berlin. Nur im Nordwesten schiebt sich Frohnau noch etwas weiter nach Norden vor. Die nordöstliche Begrenzung unseres Ortsteiles, ist die Gemeinde Glienicke/Nordbahn. Sie liegt mit ihrem so genannten „Entenschnabel“ bereits in Brandenburg. Südöstlich gelegen ist der ebenfalls zum Bezirk Reinickendorf gehörende Ortsteil Waidmannslust.
Angrenzend finden sich viele Grünflächen-, Wälder-, Bach- und Seenlandschaften. Sie sind unter anderem ein Grund dafür, dass Hermsdorf zu einem beliebten, ruhigen, fast noch ein wenig dörflich anmutender Stadtteil im Berliner Randgebiet geworden ist, dessen Grundstücke und Immobilien sehr begehrt sind.
Den historischen Ortskern von Hermsdorfer finden wir heute im Südosten zwischen der B96 und dem jetzigen Hermsdorfer See, der das größte Gewässer Hermsdorfs ist. Er befindet sich inmitten eines sehr schönen Wandergebietes. Das Tegeler Fließ, ein 12 km langes Flüsschen, durchfließt das Feuchtgebiet des inzwischen verlandeten „Alten Hermsdorfer See“ und den verbliebenen kleineren Hermsdorfer See. In seiner Nähe befinden sich der Ziegeleisee, das Gelände um das Seebadviertel, die ehemaligen Tongruben und Torfstiche sowie der Waldsee mit dem darum gelegenen sehr schönen Waldseeviertel.
Die Heinsestraße am S-Bahnhof Berlin-Hermsdorf und das nordwestlich davon liegende Kurviertel mit dem Dominikus-Krankenhaus haben sich als neues Zentrum von Hermsdorf etabliert. Der städtische Friedhof Berlin Hermsdorf an der Frohnauer Straße gehört bereits größtenteils zum Ortsteil Frohnau.
Anno Domini 1220 bis 1250 wurde Hermsdorf mit größtenteils slawischer Bevölkerung als „Hermannstorp“ gegründet, erstmals urkundlich erwähnt, mit zwei Bauernhöfen im Jahre 1349. Die Familie von Goetze legte um 1585 einen Rittersitz an, der um 1640 im Dreißigjährigen Krieg wieder zerstört wird. Mit dem Ende des 14. Jahrhunderts bis Ende des 17. Jahrhunderts verlor der Ort mehr oder weniger deutlich an Bedeutung. 1694 übernahm Kurfürst Friedrich III. Hermsdorf im Tausch von den von Götzes und gliederte es dem Amt Niederschönhausen zu. Im Jahre 1865 wird dann eine Postagentur eingerichtet.
Aus dieser Bedeutungslosigkeit trotz Großstadtnähe kam Hermsdorf 1877 als es Anschluss an die Bahnlinie Berlin-Neustrelitz der Preußischen Nordbahn erhielt. Später hielten dann auch am 1913 eingeweihten Bahnhof Hermsdorf die Züge der elektrischen S-Bahn.
Im Jahr 1907 folgten die Errichtung eines Gas- und eines Wasserwerk, sowie 1914 die Einweihung der Hermsdorfer Feuerwache. 1920 wird Hermsdorf, das bis dahin zum Kreis Niederbarnim gehörte, offiziell nach Berlin als ein Ortsteil des Verwaltungsbezirks Reinickendorf eingemeindet. Im gleichen Jahr erhält das Dominikus-Krankenhaus seine Einweihung. Teile der Bismarkstraße und der östliche Teil der Waldseestraße erhielten 1937 den Namen Hermsdorfer Damm.
Durch den späteren Bau der Stadtautobahn erhielt der westliche Teil des Hermsdorfer Damm einen anderen Verlauf. Ende 1987 wurde der westlich der S-Bahn liegende Teil für den öffentlichen Verkehr eingezogen und teilweise nur noch als Forstweg genutzt.
Die heute noch auf einem erhöhten Bahndamm liegende Strecke der Preußischen Nordbahn führt durch den Ortsteil Hermsdorf von Frohnau im Nordnordwest nach Weidmanslust in Südsüdost. Am Bahnhof Berlin-Hermsdorf halten die Züge der S-Bahnlinie S1.
Der Schriftsteller Erich Kästner wohnte von 1966 bis 1969 in Berlin Hermsdorf in der Parkstraße 3a am Waldsee. Nach ihm war die 2006 wieder geschlossene Stadtteilbibliothek der Stadtbibliothek Reinickendorf im Falkentaler Steig 10 benannt.
Bei einer Bevölkerungsdichte von 2705 Einwohner/km² verfügt Hermsdorf mit ca. 16.500 Einwohner (Stand 2008) über zwei Postleitzahlen, PLZ 13465 und 13467.
Hauptverkehrsstraßen sind die sich kreuzenden Straßen Hermsdorfer Damm, er verbindet das Waldseeviertel mit der Autobahnausfahrt (A 111) und die Berliner Straße (B96), die entlang des Bahndamms in Nord-Süd Richtung verläuft, die BVG-Buslinie 120 und 125 verbinden den Ort über den Verkehrs-Knotenpunkt Alt-Tegel, und direkt mit dem Berliner Hauptbahnhof.
Das von beiden Buslinien nicht direkt erreichte Wohngebiet östlich des Waldsees wird mit dem "Kiezbus" 326 vom S-Bahnhof Hermsdorf aus verbunden. Die Bus-Linien N20 und N25 gibt es als Nachtbußverbindungen. Weitere Buslinien und S-Bahnhof sind zu Fuß gut erreichbar.
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